Im Mai und Juni finden umfangreiche Gleisbauarbeiten in Oberwinter statt. Der Oberbau oder Gleiskörper einer Eisenbahnstrecke besteht aus dem Gleisbett und den darauf montierten Gleisen. Der Unterbau bildet eine feste Vorlage für die Konstruktion des Oberbaus, indem er Höhenunterschiede des Geländes durch Dammschüttungen ausgleicht und Kurven modelliert.
Die Funktionsfähigkeit des Ober- und Unterbaus ist entscheidend unter anderem für die Sicherheit und die zulässige Höchstgeschwindigkeit einer Strecke. Offenbar waren die Kurvenbereiche am Friedrichsberg auf der stark befahrenen Rheinstrecke in die Jahre gekommen, sodass sie von Grund auf erneuert werden müssen. Dazu wird erst das bergseitige Gleis entfernt und danach Unter- und Oberbau ganz neu aufgebaut. Anschließend geschieht dasselbe mit dem dorfseitigen Gleis.
Während der Bauarbeiten ist tagsüber und werktags die Strecke nur eingleisig befahrbar, was dazu führt, dass nur RB 26 und RE 5 verkehren. Die Ahrtalbahn RB 30 verkehrt nur zwischen Walporzheim und Remagen, der Fernverkehr wird über die rechte Rheinseite umgeleitet. Da wegen fehlender Weichen die Züge von Norden kommend bereits ab Mehlem auf das Gegengleis geleitet werden, kommt es zu starken Verzögerungen im Betriebsablauf, denn die Züge in Richtung Norden müssen so lange im Bahnhof Oberwinter warten, bis die Gegenzüge wieder über die nördliche Weiche im Bahnhof ihr eigentliches Fahrgleis erreicht haben. Wenn dann noch überörtliche Probleme wie etwa der Böschungsbrand auf der rechten Rheinseite dazu kommen, bricht der Verkehr irgendwann zusammen. Hinzu kommen die weiteren Baustellen in Bonn und Köln, die die ganze Sache zusätzlich stören. Wer also nicht unbedingt mit der Bahn fahren muss, sollte es vermeiden.
Leider wird es baustellenbedingt auch in den nächsten Monaten zu Teil- und Vollsperrungen der Strecke kommen.
Nach und nach werden die Baucontainer an Gleis 1 abgebaut und die Flächen zur weiteren Nutzung freigegeben. (Foto: Konrads)
Hier hat offenbar die Bahn Aufkleber angebracht, die Vögel davon abhalten sollen, gegen die Glasscheiben zu fliegen. Das scheint nicht allen Fahrgästen zu gefallen, denn an mehreren Stellen wurde versucht, die Aufkleber zu entfernen.
(Foto: Konrads)
Hier entsteht der offizielle und endgültige Zugang von der Straße "Am Hahnsberg" (Foto: Turowski)
Man beachte die Wandaufschriften "Gepäck" und "Fahrkarten", die auf der Innenwand der Personenunterführung zu Tage getreten sind. Sie stammen noch aus der Zeit, als das Empfangsgebäude noch in Betrieb war.
Fotos dieser Galerie: Hans Winand Schmitz
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