Obwohl offiziell bei einer Kreistagssitzung in Ahrweiler verkündet, ist der baldige RRX-Halt in Oberwinter bislang nur ein Versprechen von SPNV-Nord Verbandsdirektor Thorsten Müller. Ein Versprechen allerdings, auf das über tausend Pendler und Reisende in Oberwinter und Umgebung fest bauen.
Voraussetzung für die zukünftige RRX-Verbindung ist nach übereinstimmender Lesart der Umbau des Bahnhofs Oberwinter. Bei Licht besehen stimmt das gar nicht. Voraussetzung für den Halt sind lediglich zwei 76 cm hohe Bahnsteige.
Zunächst einmal beginnt im Mai 2019 die Ausschreibungsphase. Wenn sie erfolgreich verläuft, soll der Umbau im Jahr 2020 nach den bisherigen Plänen erfolgen. Allerdings kann es durchaus passieren, dass sich wie schon im letzten Jahr kein Unternehmen findet, das bereit ist, ein Angebot für den Bahnhof Oberwinter einzureichen. Über das, was dann passiert, kann man nur spekulieren.
Noch immer ist die linke Bahnstrecke zwischen Kalscheuren und Remagen überlastet. Es fehlen Gleise und Überholmöglichkeiten. Der Bahnhof Oberwinter verfügte einmal über insgesamt vier Gleise. Der Bereich vom Bahnhof aus Richtung Süden ließe die Wiedererrichtung von mindestens einem zusätzlichen Gleis von mehr als einem Kilometer Länge zu. Entgegen anderslautender Meldungen werden Überholgleise in Oberwinter von den zuständigen Stellen noch immer diskutiert.
Kommen die Überholgleise tatsächlich, ist der Umbau des Oberwinterer Bahnhofs in seiner projektierten Form Makulatur. Denn dann würden genau dort Gleise verlegt, wo in den Umbauplänen Betonrampen als barrierefreie Zugänge zu den Bahnsteigen vorgesehen sind. Der Bahnhof müsste in dem Fall völlig neu geplant werden, denn Gleisinfrastruktur geht vor Gebäudeinfrastruktur.
Schlimmstenfalls bedeutet eine Neuplanung, dass Oberwinter auf absehbare Zeit nicht an den RXX angebunden wird. Damit wären alle Bemühungen der Verantwortlichen und auch die unserer Initiative umsonst. Das darf nicht sein.
Die Initiative Bahnhof Oberwinter fordert nachdrücklich die Einhaltung des Versprechens, dass der RRX in Oberwinter hält. Wenn sich nach der Ausschreibungsphase oder durch sich ändernde Gleisplanungen herausstellen sollte, dass die Bauarbeiten am Bahnhof erst Jahre später angegangen werden können, muss zwingend ein Plan B greifen: Die unverzügliche Errichtung eines Provisoriums zur Bahnsteigerhöhung wie in Bad Breisig. Denn damit - und nicht mit einem Komplettumbau - ist ein RRX-Halt schon sofort möglich. Oberwinter braucht dringend die Schnellverbindung in die Metropolregion Rheinland.
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